
Hohenwart rüstet bestehendes Gasnetz auf Wärmeversorgung mit Wasserstoff um
Das Projekt H2Direkt, das Energie Südbayern und Energienetze Bayern gemeinsam umsetzen, geht in den Regelbetrieb über und wird unter dem Namen H2Dahoam fortgesetzt. Damit schließt sich eine zweieinhalbjährige Pilotphase ab, die deutschlandweit neue Standards für die klimaneutrale Wärmeversorgung setzt.
Umrüstung eines bestehenden Gas-Netzes zur Wasserstoff-Infrastruktur
Im Rahmen des Projektes wurde erstmals ein bestehendes Erdgas-Netz vollständig auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt. Zehn Privathaushalte und ein Gewerbekunde wurden seit 2023 über das ganze Jahr hinweg zuverlässig über das Netz versorgt. Die im Projekt eingesetzten Wasserstoff-Thermen wurden vom Projektpartner Vaillant bereitgestellten. Damit zeigt dieses Projekt praxistauglich: Bestehende Gas-Infrastruktur kann Wasserstoff transportieren und für Heizzwecke eingesetzt werden, ohne dass ein Neubau erforderlich ist.
Die Pilotphase war Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Leitprojekts TransHyDE, an dem neben Energie Südbayern und Energienetze Bayern auch die Thüga AG beteiligt war.
Abschluss erster Wasserstoff-Lieferverträge
Die Projektbeteiligten berichten von positivem technischen Feedback aus der Pilotphase, hoher Zufriedenheit der beteiligten Kundinnen und Kunden sowie von Unterstützung aus der Kommunalpolitik. Mit neun Haushalten und einem Gewerbekunden wurden nun bundesweit erste Wasserstoff-Lieferverträge für Privatkunden abgeschlossen. Marcus Böske, Sprecher der ESB-Geschäftsführung, unterstreicht die Bedeutung dieser Entscheidung: „Vor allem die hohe Zufriedenheit sowie der klare Wunsch der angeschlossenen Haushalte, das Projekt fortzusetzen, haben uns in unserer Entscheidung bestärkt.“ Vaillant hat die Feldtestgeräte durch Serien-Brennwertgeräte des Typs ecoTEC plus VC ersetzt, die mit speziellen Umrüstkits mit 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden können.
Regionale Wasserstoff-Erzeugung ab 2027
Ab 2027 soll der bislang per Lkw-Trailer angelieferte Wasserstoff direkt vor Ort durch einen Elektrolyseur erzeugt werden. Ein Wasserstoff-Speicher soll die Erzeugung und Nachfrage ausgleichen, später soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage folgen. Zudem soll Hohenwart künftig am deutschen Wasserstoff-Kernnetz liegen. Die kommunale Wärmeplanung der Gemeinde hat bereits Flächen als potenzielle Wasserstoff-Versorgungsgebiete ausgewiesen.
Quelle: https://www.esb.de/ueber-uns/presse/2026/kunden-entscheiden-sich-dauerhaft-fuer-heizen-mit-wasserstoff-nbsp



































