
Deutschland, Wasserstoffland – Wirtschaftsallianz fordert klare Rahmenbedingungen für klimaneutrale Energie
- Neue Wirtschaftsallianz treibt den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft voran, um den Industriestandort Deutschland zu sichern.
- Beteiligte Unternehmen pochen auf schnelle politische Entscheidungen für den erfolgreichen Hochlauf des Wasserstoffmarktes.
- Hydrogen Germany: „Gemeinsam machen wir Deutschland zum Wasserstoffland – weil Wasserstoff der Schlüssel für ei-ne wettbewerbsfähige Wirtschaft, eine erfolgreiche Transformation und eine sichere Energieversorgung ist.“
Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt: Nur mit Wasserstoff ist eine klimaneutrale Industrie möglich. Die neue Wirtschaftsallianz Hydrogen Germany, ein Zusammenschluss führender Unternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette, fordert von der Bundesregierung schnelle Maßnahmen zur Unterstützung des Markthochlaufs. Denn nur mit klaren politischen Rahmenbedingungen, zügigen Genehmigungen und verlässlichen Finanzierungsmodellen kann Deutschland zum Wasserstoffland werden.
„Deutschland, Wasserstoffland“ – unter diesem Motto hat sich die neugegründete Wirtschaftsallianz Hydrogen Germany auf der diesjährigen Hannover Messe vorgestellt. Hydrogen Germany ist ein Zusammenschluss führender Unter-nehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Ihr Ziel ist es, Deutschland als Wasserstoffland zu etablieren und damit Industriearbeitsplätze, Energieversorgungssicherheit und technologische Führungspositionen zu sichern. „Gemeinsam machen wir Deutschland zum Wasserstoffland – weil Wasserstoff der Schlüssel für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, eine erfolgreiche Transformation und eine sichere Energieversorgung ist”, betonten die Vertreter von Hydrogen Germany im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz.
Doch der Erfolg der Wasserstoffwirtschaft hängt maßgeblich auch von politischen Weichenstellungen ab – und genau hier sieht die Allianz dringenden Handlungsbedarf.
Klare Forderungen an die neue Bundesregierung
„Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt: Die Transformation zur Klimaneutralität und die Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit müssen zusammen gedacht werden. Wasserstoff ist dabei kein optionaler Bau-stein – er ist eine Notwendigkeit. Damit der Wasserstoffhochlauf gelingen kann, benötigen wir klare Rahmenbedingungen“, betont Susanne Thöle, Director Hydrogen bei Uniper.
Die Wirtschaftsallianz Hydrogen Germany richtet daher einen klaren Appell an die Bundesregierung: Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft muss auch von politischer Seite aktiv unterstützt werden!
„Wir müssen uns mehr Pragmatismus statt Perfektionismus zutrauen: Der Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa steht und fällt mit der Regulierung. Wir müssen schneller und einfacher in die Umsetzung kommen – gemeinsam mit der neuen Bundesregierung und der Europäischen Kommission“, fordert Dr. Hans Dieter Hermes, EVP Hydrogen & Clean Energies von SEFE. „Dabei gilt es, bei fehlgeleiteter Regulierung nachzusteuern und sie pragmatisch anzupassen, insbesondere bei den Anforderungen für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff. Der Markt braucht Raum zum Wachsen, sonst verlieren wir im globalen Wettbewerb an Boden. Eine zu komplexe Regulierung darf nicht dazu führen, dass Investitionen, Importe und somit die Transformation ausbleiben – das können wir uns in der aktuellen geo- und klimapolitischen Lage nicht leisten.“
Dr. Thomas Hüwener, Sprecher der Geschäftsführung von OGE, ergänzt: „Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft steht erst am Anfang, aber er nimmt Fahrt auf. Mit dem Wasserstoff-Kernnetz schaffen wir die zentrale Infrastruktur, die Produzenten, Speicher und Verbraucher verbindet – von der Nordsee bis ins Ruhrgebiet und darüber hinaus. Mit unseren Leitungen sollen in den kommenden Jahren weitere Wasserstoff-Projekte länderübergreifend miteinander verbunden werden, um neue Importkorridore zu erschließen und das Wasserstoff-Kernnetz zu füllen. Unser Ziel ist klar: eine sichere, skalierbare und klimafreundliche Wasserstoffversorgung für Deutschland und Europa. Die Bagger sind gestartet – wir legen los!”
„Deutschland hat die Ingenieurskunst, die industrielle Stärke und das politische Momentum, um den Wasserstoffhochlauf jetzt entschlossen voranzutreiben“, fasst Dr. Hans Dieter Hermes abschließend zusammen. „Doch dafür brauchen wir klare gesetzliche Rahmenbedingungen, um Investitionen abzusichern und Skaleneffekte zu ermöglichen.“
Wasserstoff als Schlüssel für eine resiliente Industrie
Ob Chemie, Glas oder Mobilität – zahlreiche industrielle Prozesse sind auf Moleküle angewiesen. Wasserstoff ermöglicht die Dekarbonisierung dieser Branchen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Bereits heute setzen Unternehmen auf innovative Wasserstoff-Technologien und bereiten ihre Produktionsprozesse auf eine wasserstoffbasierte Zukunft vor.
Damit Wasserstoff zum Rückgrat einer klimaneutralen Industrie wird, braucht es jetzt Investitionen in Produktion, Infrastruktur und Importpartnerschaften. Hydrogen Germany setzt sich dafür ein, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diesen Weg gemeinsam gehen.
„Wasserstoff ist bedeutend für die Energiewende und eine klimaneutrale Wirtschaft in Frankfurt/Rhein-Main. Er ist zum einen natürlicher Partner volatiler erneuerbarer Energien, transportfähig und speicherbar. Zum anderen kann er in modernen H2-ready-Kraftwerken wie unserem im Bau befindlichen Frankfurter Vorbildkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden. Um dies zu erreichen, müssen wir heute die Grundlagen für eine Wasserstoffwirtschaft von morgen schaffen. Dabei spielt die kommunale Energiewirtschaft eine entscheidende Rolle, denn für die letzte Meile und die Versorgung der Kunden benötigen wir unsere Verteilnetze“, betont Martin Giehl, Technik-Vorstand der Mainova AG.
Eine Allianz für den schnellen Markthochlauf
Hydrogen Germany vereint führende Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland aktiv zu gestalten. „Mit Hydrogen Germany bündeln wir die Kräfte wichtiger Wasserstoff-Akteure in Deutschland und setzen das klare Signal: Deutschland wird zum Wasserstoffland. Unsere Industrie braucht einen verlässlichen Zugang zu Wasserstoff, um klimaneutral zu produzieren und Arbeitsplätze zu sichern. Wir bei Uniper bringen unsere langjährige Erfahrung in der Gaswirtschaft ein und sehen Wasserstoff als integralen Bestandteil eines langfristigen Transformationspfads“, erklärt Susanne Thöle, Director Hydrogen bei Uniper.
Mit Hydrogen Germany haben sich wichtige Akteure der Wasserstoffbranche zusammengeschlossen– darunter SEFE, Uniper, OGE, ONTRAS, VNG, Energie Schwaben, Energie Südbayern, GASAG, GASCADE, Rh2ein Main Connect und die Stadtwerke Neuss. Unterstützt wird die Allianz zudem von zahlreichen Branchenverbänden wie BDEW, DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT, DVGW, DWV, figawa, FNB Gas, Hydrogen Europe, H2UB, rbv, VDMA und VIK.
Gemeinsam stehen sie für eine enge sektorübergreifende Zusammenarbeit – von der Produktion über den Transport bis zur Anwendung von Wasserstoff. Hydrogen Germany setzt sich für den zügigen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur ein, fordert die rasche Umsetzung des Wasserstoff-Kernnetzes und wirbt für politische Maßnahmen, die Investitionen fördern und beschleunigen.
Quelle: https://nl.gas-h2.de/presse/20250402_Pressemitteilung_Auftakt%20Hydrogen%20Germany.pdf